Rückblicke und Ausblicke

50 Jahre Camphill Seminar am Bodensee

Rund 120 Gäste hatten sich am 27. November 2015 bei den Camphill Ausbildungen in Frickingen eingefunden. Gefeiert wurde das 50-jährige Jubiläum des Camphill Seminars am Bodensee. Als Ausblick in die Zukunft wurde zudem das gerade fertiggestellte zweite Schulgebäude feierlich eröffnet. Symbolisch wurde das rote Band von Vertretern der Fachschüler durchtrennt, die somit den Weg zum neuen Gebäude freigaben. Dort fand der offizielle Festakt statt, welcher von dem Fachschüler Stefan Fohs mit einem selbstgeschriebenen Song am Piano eröffnet wurde. Bürgermeister Jürgen Stukle hob in seinem Grußwort die Bedeutung der Fachschule für die Gemeinde Frickingen hervor.

Feierliche Eröffnung des neuen Schulgebäudes

Bei einer Reise durch die Timeline des Camphill Seminars, die von den Geschäftsführern Inge Schnell und Reinhard Wein moderiert wurde, kamen anschließend viele ehemalige Schüler und Dozenten zu Wort, die von Ihren Erlebnissen am Seminar berichteten. Den Anfang machte Elisabeth Oswald, die bei der Gründungskonferenz des Seminars unter Leitung von Dr. Karl König im Jahr 1965 anwesend war. Eindrucksvoll berichtete sie von Ihrer Begegnung mit dem Begründer der Camphill Bewegung. Sehr lebendig und kurzweilig schilderten anschließend vier ehemalige Fachschüler ihren Weg zum Camphill Seminar.  Annemarie Reischmann sowie Christiane  und Volkmar von Bothmer waren Schüler im ersten Ausbildungsjahrgang der Camphill Dorfgemeinschaften Lehenhof und Hermannsberg, der 1976 begann – alle drei leben noch am Lehenhof und sind dort aktiv. Dieter Schulz absolvierte seine Ausbildung in Brachenreuthe und unterrichtet heute regelmäßig an den Fachschulen der Camphill Ausbildungen.

Die ehemaligen Seminaristen Christiane von Bothmer, Annemarie Reischmann, Volker von Bothmer und Dieter Schulz (v.l.n.r.)

Einen wichtigen Anteil an der Entwicklung des Camphill Seminars hatte Michael Schnell, der von 1980 bis 2004 Schulleiter war. Auf der Bühne verwies er auf die wichtige Arbeit der Ärzte Dr. Georg von Arnim und Dr. Hans Müller-Wiedemann, die maßgeblich am Aufbau des Camphill Seminars am Bodensee beteiligt waren. Zudem hob er ein großes Anliegen seiner Arbeit hervor: für die Absolventen des Camphill Seminars die staatliche Anerkennung des Abschlusses zu erlangen, was 2001 erreicht wurde. In diesem Jahr wurde zudem die Camphill Ausbildungen gGmbH gegründet und das Seminar begann, eine eigene Identität zu entwickeln.

Michael Schnell und Reinhard Wein auf der Bühne

Dies spiegelte sich auch in räumlichen Veränderungen wieder: im Jahr 2003 zog die Seminarverwaltung in das alte Kaufhaus Morath in Frickingen, dort wurde erstmals in den eigenen Räumlichkeiten unterrichtet. Peter Beier, der maßgeblich an der Integration der Ausbildung der Dorfgemeinschaften in das Camphill Seminar beteiligt war, betonte die Bedeutung dieses Schrittes für das Seminar. Schon bald wurde klar, dass die bestehenden Räumlichkeiten für die wachsende Anzahl Fachschüler nicht mehr ausreichen würden und die Planungen für ein eigenes Schulgebäude begannen. Der ehemalige Bürgermeister Joachim Böttinger wusste dazu auf der Bühne von vielen Terminen und Gesprächen zu berichten.

Stefan Fohs am Piano

Gesellschafter der Camphill Ausbildungen gGmbH waren die Camphill Schulgemeinschaften e.V., die Camphill Dorfgemeinschaft Lehenhof e.V. und die Camphill Dorfgemeinschaft Hermannsberg e.V. Im Jahr 2008 trat auch die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Lautenbach als Gesellschafter bei, die von Markus Ziegler auf der Bühne vertreten wurde. Es habe von Anfang an die Möglichkeit gegeben, sich sehr viel einzubringen und zu gestalten, was eine wertvolle Erfahrung, aber auch eine Herausforderung gewesen sei.

Die Gäste strömen in das gerade eröffnete neue Gebäude

Ludwig Christoph und Heiko Engel, die beide aktuell ihre Ausbildungen zum Heilerziehungspfleger absolvieren, führten die Gäste am Ende der Timeline zurück in die Gegenwart und machten deutlich, welch wichtigen Platz die Ausbildung im Leben der Fachschüler einnimmt.

Elisabeth Oswald berichtet von der Gründung des Camphill Seminars in Deutschland

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war die Verabschiedung von Joachim Scholz als Schulleiter der Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Heilerziehungspflege. Inge Schnell und Reinhard Wein dankten Joachim Scholz für seinen Einsatz und überreichten ihm einen Gutschein für ein Wochenende in Potsdam mit einer Führung durch das Filmstudio Babelsberg. Joachim Scholz bleibt der Fachschule für Heilerziehungspflege als Dozent auch weiterhin erhalten und wird im Fach Medienpädagogik unterrichten.

 Joachim Scholz wird als Schulleiter verabschiedet

Nach dem Festakt waren die Gäste eingeladen, das neue Schulgebäude zu erkunden. Im Erdgeschoss wartete ein festliches Buffet und im Obergeschoss waren verschiedenste Stationen aufgebaut: von Dokumenten aus den Anfangszeiten des Seminars über aktuelle Ausbildungsinformationen bis zu Info-Ständen der fachpraktischen Partner-Einrichtungen. Im „Seminarkino“ konnten die Besucher zudem Filmprojekte der Fachschüler aus dem Fachbereich Medienpädagogik bewundern.

Am nächsten Morgen ließen die Camphill Ausbildungen die Feierlichkeiten mit einer Matinee ausklingen. Die Gäste erwartete ein Frühstücksbuffet und Raum für Gespräche und Begegnungen. Für Unterhaltungen sorgte Dorle Ferbers Chor mit einem abwechslungsreichen Programm.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, die uns durch die Bereitstellung von Informationen und Materialien oder durch ihren Beitrag auf der Bühne bei der Gestaltung der Feier unterstützt haben!

Lesen Sie in unserer Chronik mehr über die Entwicklung des Camphill Seminars. 

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